Leere im Kopf

Unter der Rubrik „Unfassbar“ kann man das Spiel unserer Scheiflinger gegen Krakaudorf einordnen. Gleich zu Beginn machen die Gastgeber ordentlich Dampf und wollen endlich voll anschreiben. Dani Panzer ist es dann, der in der 5. Minute in gewohnt trockener Manier das 1:0 markiert. Als Daniel Grogger nur eine Minute später das verdiente 2:0 herstellt, zieht Zuversicht ein im Lager der Gelb – schwarzen. Scheifling kennt nur eine Richtung und die geht zum Tor der Krakaudorfer.

Daniel Panzer chippt das Leder an Jesner vorbei, der Ball kullert nach einem Stangenpendler zurück, bitter für DP9. Daniel Grogger zieht kurz darauf alleine auf Jesner zu, anstatt noch die nötigen Schritte zu machen schießt er aber überhastet und nimmt sich so selbst die Chance auf das fällige 3:0. Daniel Panzer umkurvt dann noch Jesner und schiebt den Ball Richtung leeres Krakaudorf – Gehäuse. Als die Scheifling – Fans zum Torjubel ansetzen grätscht ein sehr aktiver Mario Pirker das Leder noch von der Linie, kaum zu glauben!

Mit einem aus Krakaudorfer Sicht schmeichelhaften 2:0 gehen die Teams in die Kabine. Nach einem Stockfehler im sich in weiterer Folge der Begegnung auflösenden Mittelfeld der Heimischen finden die Krakaudorfer eine Angriffsmöglichkeit über rechts vor, die scharfe Hereingabe kann Pirker Jakob noch parieren, den Abpraller aber setzt Shatri zum 1:2 in die Maschen. Bei manchen Scheiflinger Spielern dürfte sich eine komplette mentale Blockade eingestellt haben, denn ohne eine geistige Ermüdung kann man sich den Verlauf der 2. Spielhälfte nicht erklären. Das Mittelfeld wird nun nicht nur den Gästen überlassen, es ist eigentlich nicht mehr vorhanden.

Die Drucksituation, die sich ob der selbstredend nicht zufriedenstellenden Tabellensituation aufgebaut hat, überfordert manche Leistungsträger, was man als durchaus problematisch einstufen kann und ob der nicht vorhandenen Zeit nach raschen Lösungen schreit. Macheiner stellt in der 77. Minute per Kopf den sich ankündigenden Ausgleich her, das Bemühen will ich den Heimischen nicht absprechen, der Kopf aber muss mitspielen. Über das 2:3 kann man diskutieren, grundsätzlich könnte man es in die Rubrik Foul am Goalie einordnen, was aber im Nachhinein irrelevant ist, denn die Grundproblematik bleibt dieselbe, Scheifling muss endlich über 90 Minuten am Ball bleiben.

Selbst bei der Ausgleichsmöglichkeit in der Schlussphase, als man sich im Strafraum gegenseitig im Weg steht anstatt auf den Kasten von Jesner zu brettern, zeigt die Unsicherheit in den Reihen des SVS, was aber ob der individuellen Qualität im Kader mehr als unnötig erscheint. Natürlich ist der Druck vorhanden, man muss als Akteur in sich gehen und sich im Klaren sein, dass seine eigene Klasse ausreicht um nicht Angst vor Niederlagen zu haben, was zwar nicht einfach aber absolut nötig ist, um den Karren aus dem Schmutz zu ziehen. „TRUST IN YOU“ sollten sich einige der Jungs merken, sie haben schon mehr erreicht, sei es im Beruflichen, Privaten, Sportlichen. Das alles hat funktioniert, weil man an sich selbst glaubt, und das mit Recht!

Komplette geistige Ermüdung schlägt dann oft in körperliche Ermüdung und Selbstzweifel um, das Fehlen von Lösungen. Burschen steht auf und erinnert euch zurück, was ihr schon erreicht habt, mit einer Selbstverständlichkeit, ohne einen Gedanken im Hintergrund, dass man erneut scheitern könnte. Man kann immer scheitern, aber wenn man sich nach einem Gegentor schon geschlagen gibt, weil der Kopf sagt, dass es wieder nichts zu holen gibt, muss man doch selbst akzeptieren, dass es, so schwer es auch erscheint, etwas zu verändern gibt. Mit einer Körpersprache der Unsicherheit und Ratlosigkeit steckt man Spieler an, die Führung brauchen und erwarten. Es ist eine sehr verzwickte Situation, aber heraus kommt man nur mit gegenseitigem Zuspruch, mit der Akzeptanz seiner eigenen Stärken und mit einer breiten Brust, die man Mitspielern und Gegnern zeigt.

Kleine Rückschläge wie zum Beispiel ein Gegentreffer werden dann kein Problem sein. Die Lage ist sehr schwierig, ich verstehe die Kopfleere mancher Akteure, aber wir müssen jetzt trotzdem weg da hinten, das ist nicht der Anspruch unseres SVS 1946. Hoffentlich sehen wir in Oberzeiring über 90 Minuten einen SVS wie in Hälfte 1 gegen Krakaudorf, sonst wird es richtig kompliziert. Jungs geht eurer Arbeit/Schule nach, widmet euch schönen Dingen, denkt nicht direkt an dieses sinnbildliche Spiel sondern über die Gesamtsituation nach, man gewinnt und verliert im Kollektiv.

Gelb – schwarze Grüße Andreas P.!